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Spendenaktion für Eid ul Fitr in Gambia

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Fleisch zum Eid ul Fitr für die Bedürftigen

Ein Fest der Nächstenliebe

Ein ereignisreicher Ramadan geht zu Ende. Zwei Tage voller Dankbarkeit, Begegnung und

 Barmherzigkeit liegen hinter uns – und sie haben einmal mehr gezeigt, wie viel wir mit eurer Hilfe bewirken können. Unsere Spendenaktion für Eid ul Fitr in Gambia war ein voller Erfolg

Am Ende des heiligen Monats durften wir wie die Jahre zuvor in Gambia ein ganz besonderes Projekt umsetzen: Dank eurer großzügigen Spenden und – Alhamdulillah – mit Allahs Hilfe konnten wir sechs Bullen kaufen, islamisch schlachten lassen und das Fleisch an Hunderte bedürftige Familien verteilen. Was zunächst wie eine einfache Fleischverteilung klingt, war in Wahrheit ein tiefgreifendes Erlebnis. Ein Tag, der uns alle bewegt hat – körperlich, emotional und spirituell.

Der Tag beginnt: Sechs Bullen, viele Verhandlungen und noch mehr Hoffnung

Der Morgen begann auf dem Viehmarkt. Wir wussten: Wir brauchen kräftige, gesunde Tiere, damit möglichst viele Menschen etwas abbekommen. Die Preise waren höher als erwartet – aber wir wussten auch, dass sich jede investierte Dallasi lohnen würde. Nach einigen Verhandlungen konnten wir sechs geeignete Bullen kaufen. Ein Moment des Stolzes – nicht für uns, sondern für die Gemeinschaft der Spenderinnen und Spender, die das alles möglich gemacht haben.

Zurück zu Hause wurden die Tiere versorgt. Die Nacht war kurz, denn der nächste Tag begann früh – mit der islamischen Schlachtung der Tiere. Kein schöner Anblick, wie ich ehrlich sagen muss, aber ein Teil der Realität. Und man gewöhnt sich daran, weil man weiß: Es dient einem guten Zweck.

Fleischverteilung in Gambia: Wenn selbst die Zunge ein Festessen ist

Nach der Schlachtung kamen unsere Helfer und nach und nach auch die Bedürftigen aus der Umgebung. Die Szene war bewegend. Frauen mit Tüchern auf dem Kopf, Männer mit leeren Taschen, Kinder mit neugierigen Augen – sie alle warteten geduldig auf das Fleischpaket, das vielleicht das einzige richtige Mahl für diese Woche sein würde.

Was in Deutschland oft als selbstverständlich gilt – ein Stück Fleisch auf dem Teller – ist hier eher Luxus. Besonders faszinierend ist, wie wirklich jedes Teil des Tieres verwendet wird. Manche wollten gezielt die Zunge haben, andere den Schwanz oder die Beine. Andere fragten nach dem Mundstück – und ich musste innerlich lächeln, denn in Deutschland kennen wir meistens nur Gulasch, Steak oder Hackfleisch. Selbst die Füße werden wie auf dem Bild erst gekocht und dann fein säuberlich mit einemRasierer enthaart. In Gesprächen mit den Empfängern sagte auch der eine oder andere, dass für ihn der Kopf etwas sehr begehrenswertes ist. Das Gehirn würde so lecker schmecken. Selbst das Fell der Tiere – von uns oft als Abfallprodukt gesehen – hat seinen Wert. Es wurde den Schlachtern überlassen. Sie verkaufen es weiter an Trommelbauer, die daraus traditionelle Musikinstrumente herstellen. Nichts wird verschwendet. Alles hat einen Wert.

Zakat-ul-Fitr-Reis – mehr als eine Pflichterfüllung

Der zuvor gelieferte Zakat-ul-Fitr-Reis rundete die Spendenaktion ab. Jeder konnte mit Reis und Fleisch nach Hause gehen – das sind mehr als nur Spenden, es ist die Aussicht auf ein schönes Fest ohne Hunger. Während die Schlachter ihre Arbeit taten, packten die Helfer fleißig die 3 Kg Tüten mit Reis. Gerade als die letzte Tüte gepackt war, kamen auch schon dir Fleischtröge. Auch sie packten die fleißigen Helfer in Familienportionen ab. Es wurde sorgsam darauf geachtet, dass die Fleischsorten gleichmäßig verteilt sind. So kamen auch Pansen und Darm mit in die Tüten. Beim Anblick dieses Vorgehens habe ich oft gedacht, wie anspruchsvoll ich doch bin, und was wohl mit dem Gehirn, der Zunge und all den anderen aufgezählten Teilen in Deutschland passiert. In der Fleischerei sehe ich es nicht.

300 Pakete, 4 Taxis, 1 Mission: Hilfe in Bakau

Nachdem wir einen großen Teil des Fleisches verteilt hatten, blieben etwa 300 Pakete übrig. Also packten wir sie zusammen mit den Reistüten in vier Taxis – und fuhren nach Bakau, wo weitere Familien sehnsüchtig warteten.

Auch dort verlief alles geordnet, mit viel Geduld und noch mehr Dankbarkeit.

Es war heiß. Es war laut. Es war voller Emotionen, doch war es einer der schönsten Tage des Ramadans. Denn es ging nicht nur um Fleisch. Es ging um Hoffnung, um Menschlichkeit und um das Gefühl, gesehen und nicht vergessen zu sein.

Begegnungen, Reden und ein gemeinsames Duʿāʾ

Als wir dachten, der Tag wäre zu Ende, begann der schönste Teil: Die Menschen blieben. Es bildeten sich kleine Gruppen, alte Freunde trafen sich wieder, und plötzlich begannen die älteren Herren spontan, Reden zu halten. Auf Wolof, Mandinka, Englisch – acht Sprachen sind hier Alltag. Und immer war jemand da, der übersetzte, damit alle verstehen konnten.

Ein Imam sprach ein bewegendes Duʿāʾ. Mein Mann erzählte auf Deutsch in die Kamera, wie wir unsere NGO in Gambia gegründet haben. Ich ergänzte meine ganz persönlichen Beweggründe – und sprach über das Warum hinter unserem Tun. Ich erzählte wie schockiert ich war, als ich bei meinem ersten Besuch in Gambia erfahren hatte, dass es bei einer Bevölkerung von 98% Muslimien nur christliche Schule gab. Das war Motivation genug. Es war kein offizielles Programm. Wir sprachen aus dem Herzen, denn es ist unser Leben.

Blut, Wasser und Segen

Als die letzte Portion Fleisch verteilt war, schrubbten wir gemeinsam die Terrasse – das Blut musste weg. Eswar einer dieser Momente, in denen man merkt: Auch die “hässlichen” Seiten gehören dazu. Auch das ist Teil der Nächstenliebe. Dienen heißt nicht immer, in schönen Kleidern zu stehen und zu posieren. Dienen heißt manchmal auch, sich die Hände schmutzig zu machen.

Übrig gebliebene Reisportionen – haben wir in die umliegenden Moscheen gebracht. Dort werden sie an weitere Bedürftige verteilt. In shaa Allah.

Mehr als Fleisch: Was deine Spende wirklich bewirkt

Diese Eid ul Fitr-Spendenaktion in Gambia war nicht einfach nur eine Fleisch- und Reisverteilung. Sie war ein Zeichen. Fürsorge, Gerechtigkeit, Zusammenhalt. Mit deiner Spende hast du einem hungernden Kind ein Lächeln geschenkt, einer Großmutter Hoffnung und einer Familie das Gefühl: Wir sind nicht allein.

Solche Projekte zeigen, wie viel wir gemeinsam bewegen können – nicht nur einmal im Jahr, sondern kontinuierlich. Und sie zeigen auch, dass Hilfe mehr ist als Geld: Es ist Zeit, Liebe, Hingabe und der Wille, Teil einer besseren Welt zu sein.

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